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Android-Spiele und -Apps unter Windows
Autor: admin(c) | gelesen: 3837 | Kommentare:

Android-Spiele oder Apps aus dem Google Play Store auf dem Windows-Computer laufen zu lassen, kann eine interessante Alternative zum kleinen Bildschirm des Smartphones sein. Dafür ist ein Android-Emulator oder wenigstens ein Android-Player nötig. Dieser wird auf dem Computer installiert. Wie's geht, zeigt unsere ausführliche Anleitung!

Die notwendigen Voraussetzungen sind in den meisten Fällen so, dass ein gut funktionierender Computer unter Windows 7 bis Windows 10 sie erfüllt. Dennoch gibt es sehr spezielle Anforderungen, die nicht alle dokumentiert sind. Vor allem bezüglich der CPU und der Grafikkarte sind die Anforderungen oft hoch. So ist ein Ausprobieren, welcher Emulator zu welchem System passt und dann auch das Gewünschte flüssig darstellt, meist notwendig.

Hier werden deshalb verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die für App-Nutzer, Spieler oder Entwickler geeignet sind.

Vorbereitungen zur Installation

Ein Emulator greift teilweise stark in das Betriebssystem ein. Manchmal werden Windows-Einstellungen verändert, die nur schwer rückgängig zu machen sind. Verträgt der Emulator sich nicht mit der vorhandenen Hardware oder Software, kann es zu schwerwiegenden Problemen mit dem Computer kommen. Auch die Deinstallation eines nicht funktionierenden Emulators klappt nicht immer vollständig. Deshalb sollten unbedingt vor der Installation Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

  1. Windows-Version kennen: Dazu einfach „Windows-Taste + R“ drücken und „msconfig“ eintippen. Es ist ebenfalls wichtig zu wissen, ob eine 32-Bit- oder 64-Bit-Version installiert ist, damit die passende Emulator-Variante geladen werden kann.
  2. Festplatte sichern: Eine komplette Festplattensicherung als Image-Datei auf eine externe USB-Festplatte ist für den Fall eines Totalabsturzes notwendig. Diese kann mit Windowsmitteln erfolgen. Besser ist es, ein Sicherungs- (Backup)-Programm zu benutzen, das völlig unabhängig vom Funktionieren des Windows-Systems eine Wiederherstellung der Festplatte erlaubt. (siehe dazu auch unsere Tipps, um Windows 10 zu sichern)
  3. Festplatte „einfrieren“: Direkt vor der Installation eines Emulators sollte mit der Freeware „Toolwiz Time Freeze 2015“ der Zustand der Festplatte mit nur einem Mausklick eingefroren (virtualisiert) werden. Klappt die Installation des Emulators nicht, wird der Computer einfach neu gestartet. Der Computer ist dann ohne großen Zeitverlust wieder im alten Zustand.

AMIDuOS

Dieser Emulator der Firma American Megatrends ist nur für 30 Tage kostenlos. Danach sind für die Android Jelly Been-Version einmalig 10 Dollar, für die Android Lillipop-Version 15 Dollar zu bezahlen. Da gerätespezifische Einstellungen nicht möglich sind, ist er für Spieler besser geeignet als für Entwickler. Der AMIDuOS Emulator kann unter: www.amiduos.com heruntergeladen werden.

AMIDuOS: Downloadseite AMIDuOS: Downloadseite
AMIDuOS: dotNet-Installation AMIDuOS: dotNet-Installation

AMIDuOS stellt relativ hohe Anforderungen an den Prozessor, erfordert eine Grafikkarte mit Open GL 3.0 oder höher. Falls nicht vorhanden, wird dotNet framework 4.xx gleich mit installiert. Sind alle Bedingungen erfüllt, laufen auch grafikintensive Spiele ruckelfrei.

AMIDuOS: Emulator läuft unter Windows 10 AMIDuOS: Emulator läuft unter Windows 10 AMIDuOS: Konfiguration AMIDuOS: Konfiguration

Andy

Andy (manchmal auch Andyroid) ist ein kostenloser Emulator mit großem Funktionsumfang. Er läuft in einer virtuellen Box, die gleich mitinstalliert wird. Andy erlaubt den Root-Zugriff falls nötig. Der Google Play Store ist vorinstalliert.

Aber Andy lädt auch unerwünschte Software nach, die unkontrolliert Daten übermittelt. Einige User berichten über Probleme bei der Deinstallation des Emulators. So sind hier die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen besonders wichtig. Andy kann von der Seite: www.andyroid.net heruntergeladen werden.

Andy: Downloadseite Andy: Downloadseite
Andy: Setup Andy: Setup

Die mit Andy installierte VMWare benötigt die gleichen Ressourcen, wie Toolwiz Time Freeze. Deshalb gelingt das Setup von Andy nur, wenn Time Freeze nicht eingeschaltet ist. Dann wird die vorherige Sicherung des Computers durch ein komplettes Backup umso wichtiger.

Andy ermöglicht es, das Smartphone zur Steuerung für Spiele zu verwenden. Dabei werden der Beschleunigungssensor, das Gyroskop und die Multi-Touch-Funktion genutzt. Auch Xbox und PS-Controller werden unterstützt.

Andy: läuft unter Windows 10 Andy: läuft unter Windows 10 Andy: Android Menü Andy: Android Menü

BlueStacks 2

Ein weit verbreiteter Emulator ist BlueStacks 2. Zur Nutzung der kostenlosen Version ist es erforderlich, regelmäßig die angebotenen Software-Downloads durchzuführen. Diese sind allerdings von teilweise zweifelhafter Herkunft und Qualität. Die Premium-Version ist für zwei Dollar pro Monat nutzbar und erwartet keine weiteren Installationen. BlueStacks ist einfach zu bedienen, denn es wird kein vollständiges Android-System emuliert.

BlueStacks 2 kann direkt auf der Seite: www.bluestacks.com runtergeladen werden. BlueStacks: Download BlueStacks: Download BlueStacks: Installation BlueStacks: Installation

Die Installation läuft flüssig und schnell. Neben dem Player wird auch BlueStacks TV eingerichtet. Damit ist eine Livestream-Verbindung zu anderen Gamern parallel zum Spielen möglich. BlueStacks gibt nach eigenen Angaben bis zu 85 Prozent der Android-Spiele und bis zu 95 Prozent der Android-Apps gut wieder. Nach der Installation stehen der Google Play Store, der BlueStack-Store und der Amazon AppShop bereit.

Im Test lief BlueStacks auf einem älteren PC (zwei Kerne, 4 GB RAM, Onboard Grafikchip, Windows 7-Leistungsindex: 3,4 von 7,9 ).

BlueStacks TV: Live Stream BlueStacks TV: Live Stream BlueStacks: Emulator läuft unter Windows 7 BlueStacks: Emulator läuft unter Windows 7

Droid4x

Dieser kostenlose Emulator ist relativ neu auf dem Markt. Er läuft in einer abgespeckten virtuellen Umgebung, die gleich mitinstalliert wird. Obwohl noch in der Beta-Phase, ist Droid4x relativ stabil und schnell. Er verbraucht wenige Ressourcen und zeigt keine störende Werbung. Der Google Play Store ist schon vorinstalliert. Über eine App ist es möglich, das Smartphone zur Steuerung der Spiele auf dem großen PC-Monitor zu nutzen. Der Download gelingt mit Firefox von der Herstellerseite: www.droid4x.com.

Droid4x: Windows 7 fragt nach Droid4x: Windows 7 fragt nach Droid4x: Installation Droid4x: Installation

Während der anschließenden Installation erfordert die Windows Firewall eine Bestätigung. Nach kurzer Zeit erscheint dann das Droid4x-Icon auf dem Desktop und der Emulator kann gestartet werden.

Droid4x: Icons Droid4x: Icons Droid4x: Emulator läuft unter Windows 10 Droid4x: Emulator läuft unter Windows 10

Genymotion

Für Entwickler ist Genymotion die erste Wahl. Diese Software emuliert eine Vielzahl von Geräten und unterschiedlichen Android-Versionen. So kann leicht getestet werden, wie sich die eigenen Entwicklungen auf den verschiedenen Geräten verhalten, ohne dass man alle Geräte besitzen muss. Die Spanne reicht dabei zum Beispiel vom Nexus One unter Android 4.2 bis zum Nexus 10 unter Android 5.1. Genymotion kann auf der Seite: www.genymotion.com heruntergeladen werden.

Genymotion: kostenlos für private Anwender Genymotion: kostenlos für private Anwender
Genymotion: Oracle VirtualBox Genymotion: Oracle VirtualBoxy

Vor dem Download ist ein Account mit Name, E-Mail und Passwort einzurichten. Genymotion 2.7.2 stellt folgende Anforderungen:

  • Microsoft Windows 7, 8/8.1, 10 (32/64 bit)
  • 64 Bit CPU, mit VT-x oder AMD-V Hardware Virtualisierung (BIOS)
  • 400 MB frei auf der Festplatte
  • 2GB RAM

Wenn keine VirtualBox auf dem Computer vorhanden ist, wird sie gleich mitgeladen und installiert. Danach müssen die gewünschten Andriod-Geräte (devices) geladen werden. Das ist nach der Anmeldung in Genymotion mit den vorher eingegebenen Nutzerdaten möglich. Aus der dann erscheinenden Geräteliste kann das Gewünschte angeklickt und geladen werden. Neben den Standardeinstellungen können für jedes Android-Gerät noch eigene Anpassungen vorgenommen werden.

Genymotion: Geräteauswahl Genymotion: Geräteauswahl Genymotion: Gerätekonfiguration Genymotion: Gerätekonfiguration

Nox

Nox ist ein Android-Emulator, der bezüglich der Grafikkarte nicht allzu große Anforderungen stellt. Eine Hardware-Visualisierung ist nicht unbedingt erforderlich, sie wird aber unterstützt. Dadurch läuft Nox auch auf älteren Systemen. Nox erfordert keine Installation von weiterer Software. Der Emulator ist kostenlos nutzbar und unter www.en.bignox.com downloadbar. Diese Seite des chinesischen Herstellers ist in Englisch, aber die Übersetzung des Browsers ist gut verständlich.

Nox: Downloadseite Nox: Downloadseite Nox: Installation Nox: Installation

Download und Installation laufen schnell. Nox erscheint mit bereits eingerichtetem Google Play Store, so dass Spiele leicht eingerichtet werden können. Es wird Android 4.2 emuliert. Im Test lief der Emulator sogar auf einem Windows 7-Notebook, das nicht Windows 10 tauglich ist, mit 4 GB RAM und einem Windows-Leistungsindex von nur 4,6. Über die Einstellungen des Android-Emulators lassen sich die gewünschte Performance (High), der zu nutzende RAM (2 GB) und die Grafikunterstützung (DirectX) auswählen.

Nox: Tabletansicht Nox: Tabletansicht Nox: läuft unter Windows 7 Nox: läuft unter Windows 7

Windroy

Windroy (oder Windroye) benutzt im Gegensatz zu den anderen Emulatoren den kompletten Windows-Kernel. Damit ist er einer der am einfachsten zu nutzenden Emulatoren. Die Bedienung ist sehr übersichtlich. Windroy ist vor allem für die Nutzung von Apps optimiert. Der Download von der chinesisch / englischen Herstellerseite www.windroye.com ist etwas langsam, aber so wird garantiert die neueste Version geladen.

Windroy: Downloadseite Windroy: Downloadseite Windroy: Setup Windroy: Setup

Während des Setups wird (falls nicht vorhanden) dotNet framworks 4.xx mitinstalliert. Windroy läuft besser, wenn im BIOS die Hardware-Virtualisierung eingeschaltet ist. Leider kann man nicht direkt auf den Google Play Store zugreifen, da er nicht automatisch eingerichtet ist. Aber es lässt sich jede Anwendung mit Hilfe einer APK-Datei installieren.

Windroy: Installation von dotNet 4.xx Windroy: Installation von dotNet 4.xx Windroy läuft unter Windows 7 Windroy läuft unter Windows 7

Fazit: Android-Emulatoren unter Windows

Neben den hier vorgestellten gibt es weitere Möglichkeiten, Android-Spiele auf dem Computer unter Windows zum Laufen zu bringen. AndroidSDK, Xamarin und Manymo sind ebenfalls einen Blick wert. Für Spieler eignet sich Nox am besten, für Entwickler und Tests ist Genymotion die erste Wahl.

Bei der Vielzahl der Anforderungen und der Anwendungen bleibt dennoch meist nur ein Ausprobieren, welcher Emulator geeignet ist. Dabei sollten unbedingt Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

 

Hilfe zu den Tipps erhalten Sie im Forum.

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Kommentare

Jochen
25 Sep 2016, 11:25
Nach dem dritten Versuch funktioniert bei mir der NOX einwandfrei. Nun kann ich endlich den MiniMonitor vom Smartphone vergessen. Danke.
http://tipps4you.de
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