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Tipps für PCs in Industrieumgebungen
Autor: admin(c) | gelesen: 7694 | Kommentare:
Besondere Umgebungen stellen besondere Anforderungen an PCs (Bild: Pixabay)

Im Normalfall beschäftigen sich die meisten Anwender mit Ihrem PC nur in der Heimumgebung, also in Arbeits- und Wohnzimmern. Für den Einsatz in Werkstätten oder gar Industrieanlagen gelten jedoch ganz andere Anforderungen. Welche das sind, und worauf Sie bei Kauf und Einsatz achten sollten, klärt der folgende Artikel.

Kaum ein Geschäftszweig kommt noch ohne Computer aus; ob in Arztpraxen, Geschäften oder Fabrikhallen, überall verrichten PCs ihren Dienst, und das solange, bis sie ausgemustert werden oder kaputtgehen. Damit das möglichst nicht passiert, sollte man im Vorfeld einige Punkte beachten, wenn die Arbeitsumgebung für den PC besondere Anforderungen bereithält. Wenn Sie für sich oder Ihre Kunden einen solchen Rechner zusammenstellen, helfen die folgenden Tipps und Hinweise.

Unterschiedliche Anforderungen

Die Anforderungen an Arbeits- und Industrie-PCs sind so unterschiedlich wie die Geschäftszweige selbst. Während es in Montagehallen darauf ankommt, dass der Rechner möglichst robust ist und Erschütterungen standhält, so darf es in geräuschsensiblen Bereichen möglichst wenig Lüfterlärm geben.

Sollten Sie also einen PC für einen Geschäftskunden oder Ihren eigenen Arbeitsplatz zusammenstellen, so machen Sie sich vorher ein möglichst klares Bild der Umgebung. In einer Schreinerei sind zum Beispiel jede Menge Späne und Staub zu erwarten. In diesem Fall sollten Sie versuchen, den PC möglichst passiv zu kühlen - Lüfter würden den Staub ins Innere befördern, wo sich dieser an Komponenten wie CPU und Grafikkarte ablagern würde.

Das kann zum Problem werden, wenn es im Einsatzraum ohnehin warm ist. In einem solchen Fall müssen Sie zu besonders hitzebständigen Komponenten greifen, sonst ist der PC wegen der schnelleren Alterung der Komponenten bereits nach wenigen Jahren oder gar Monaten am Ende (mehr zu solcher Hardware im Abschnitt "Eigenbau vs. Fertiglösung")

Schnittstellen

Und noch etwas gibt es zu beachten: Industrie-PCs benötigen oft Schnittstellen, die am Heim-Arbeitsplatz längst ausgestorben sind. So verwenden viele externe Messgeräte den RS232-Port, besser bekannt aus der "Urzeit" des PCs als "serielle Schnittstelle". Im Inneren müssen manchmal ISA-Karten untergebracht werden - der zugehörige Steckplatz ist ebenfalls seit gut einer Dekade aus gängigen PCs verschwunden. Selbst der Nachfolger PCI ist heute kaum noch anzutreffen.

Mainboard mit ISA-Steckplatz (Bild: iBASE)

Entsprechende Hauptplatinen finden Sie aber immer noch bei einigen Spezialanbietern, leider auch zu teils gesalzenen Preisen. Eine einigermaßen erschwingliche Hauptplatine ist das MB950AF des taiwanischen Herstellers Ibase. Diese ist für knapp 400 US-Dollar (bei aktuellem Kurs ca. 350 Euro) zu haben.

Universelle Adapter, etwa von PCI-Express auf ISA, gibt es übrigens praktisch keine. Der Grund ist hier neben mechanischen Restriktionen vor allem der, dass für eine solche Lösung entsprechende Treiber entwickelt werden müssten - und dies treibt den Preis des Adapters enorm in die Höhe. Vor etwa zehn Jahren etwa gab es einen Adapter von ISA zum PC-Card-Slot (früher bekannt als PCMCIA-Slot), der knapp 1.000 Euro kostete!

Szenarien

Hier ein paar konkrete Beispiele und Konfigurationstipps:

Tipps für PCs in lauten und unruhigen Umgebungen

  • SSD statt Festplatte verwenden
  • Möglichst wenig Lüfter einsetzen (die Lager sind empfindlich und die Lüfter können schnell ausfallen)
  • Möglichst wenig Steckkarten verwenden (diese können aus den Steckplätzen rutschen)

Die meisten Komponenten wie Platinen, Prozessoren oder das Netzteil sind gegen Erschütterungen relativ unanfällig. Heute werden praktisch ausnahmslos SMD-Bauteile verwendet, die direkt auf der Oberfläche verlötet werden ("Surface-Mounted Device").

PCs für stark verschmutzte Umgebungen

  • Keine Lüfter verwenden (aber auf ausreichende Kühlung achten!)
  • Gehäuse ohne zusätzliche Lüfteinlässe verwenden
  • Nach Möglichkeit auf externe Ausgänge (zum Beispiel USB) verzichten
  • Staubfilter für die Lüftergitter im Gehäuse einbauen
  • PC nach Möglichkeit geschützt aufstellen

Wichtig ist hier vor allem, dass wenig Dreck ins Innere des PCs gelangt und der PC Hitze gut verträgt; wählen Sie daher am besten keine High-End-Komponenten. Außerdem sollte das Gehäuse möglichst geschlossen sein; auf ausschweifende Lüfteröffnungen und externe Schnittstellen sollte daher möglichst verzichtet werden.

PCs in geräuschsensiblen Umgebungen

Den meisten Lärm machen naturgemäß die Lüfter - daher eliminieren Sie am besten alle, auch den im Netzteil. Weniger bekannt ist, dass auch Grafikkarten-Bauteile Störgeräusche erzeugen können, was hierzulande als "Spulenfiepen" bekannt wurde. Der Effekt tritt zwar verstärkt unter hoher GPU-Last auf, ist aber zum Teil auch im Leerlauf wahrzunehmen.

Eigenbau vs. Fertiglösung

Spezieller Industrie-PC (Bild: Inonet)

Schon an diesen wenigen Beispielen wird klar, dass der "PC von der Stange" nicht für Industrieaufgaben geeignet ist. Einfache Kunden bzw. Szenarien kann man noch mit einem geringfügig modifizierten Standard-PC abdecken; doch bei extremen Bedingungen hilft auch das nicht mehr weiter.

Zum Problem kann vor allem die Temparatur werden. Ist es in der Industrieumgebung ohenhin schon heiß und soll dann auch noch auf Lüfter verzichtet werden, ist das mit normalen Komponenten kaum mehr machbar. Es lohnt sich dann, zu einem speziellen Industrie-PC zu greifen, der in der Regel zahlreiche Optimierungen vereint. So ist beispielsweise bei vielen Modellen das Gehäuse selbst wie ein großer Kühlkörper geformt, was dazu beiträgt, die Wärme abzuführen.

Entsprechende PCs gibt es bei spezialisierten Anbietern wie inonet.com zu Preisen ab mehreren hundert bis weit über tausend Euro; neben PCs werden dort auch Speziallösungen wie Arbeitsstationen mit integriertem Bildschirm und ähnliche angeboten.

Bildnachweise: Pixabay, iBASE, Inonet


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